{"id":2714,"date":"2022-04-23T16:55:53","date_gmt":"2022-04-23T14:55:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.raumplanerin.ch\/cms\/?p=2714"},"modified":"2022-05-02T16:36:54","modified_gmt":"2022-05-02T14:36:54","slug":"weiterbauen-im-wankdorf-die-gestapelte-stadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.raumplanerin.ch\/cms\/weiterbauen-im-wankdorf-die-gestapelte-stadt\/","title":{"rendered":"Wei\u00adter\u00adbau\u00aden im Wank\u00addorf: Die ge\u00adsta\u00adpel\u00adte Stadt"},"content":{"rendered":"<p><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Aus tec21: Der Projektwettbewerb f\u00fcr WankdorfCity 3 in Bern, mit vorgeschaltetem Richtprojekt als Qualit\u00e4tsmassstab, ist entschieden. Die vier Siegerprojekte werden in einer kollaborativen Werkstatt an der weiteren Projektierung und Ausf\u00fchrung beteiligt sein.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Im Norden Berns entstanden zwischen Autobahn und Gleisen bis 2020 die beiden ersten Etappen des neuen Quartiers <a href=\"https:\/\/www.wankdorfcity.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">WankdorfCity<\/a>. Mit der dritten Etappe m\u00f6chte die Z\u00fcrcher Baurechtnehmerin Immofonds\/Immosol gemeinsam mit der Burgergemeinde Bern als Baurechtgeberin auf dem heutigen Gewerbeareal (34\u2018000 m<sup>2<\/sup>) neue Wege gehen: Die hermetischen Geb\u00e4udekomplexe der beiden ersten Etappen (2014\u20132016; 2017\u20132020) sollen um einen lebendigen, bunten und vielf\u00e4ltigen Quartierteil erg\u00e4nzt werden. <\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Das monofunktionale und ausserhalb der B\u00fcrozeiten unbelebte Quartier soll durch <a href=\"https:\/\/www.wankdorfcity3.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">WankdorfCity 3<\/a> aufgewertet werden und eine neue Identit\u00e4t erhalten: Ein Ort zum Arbeiten, Wohnen und Verweilen soll entstehen. Um dieses Ziel zu erreichen, m\u00f6chte Immofonds zusammen mit der Stadt Bern einen kollaborativen Prozess gestalten. Die Idee eines St\u00e4dtebaus, bei dem die einzelnen Disziplinen im Rahmen einer <\/span><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Werkstatt des konkreten Sta\u0308dtebaus<\/span><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\"> trotz ihrer heterogenen Einzelperspektiven nicht nebeneinander, sondern miteinander arbeiten, werde auch die kommenden Phasen der Projektierung und Realisierung bestimmen. <\/span><\/p>\n<h3><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Urbane Koexistenz<\/span><\/h3>\n<p><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Nach einer Phase der st\u00e4dtebaulichen Testplanung (2019\u20132020), bei der drei Teams Masterpl\u00e4ne entwickelten, folgte das Richtprojekt (2020). Das Planungsteam um Rolf M\u00fchlethaler Architekten aus Bern wurde beauftragt, seinen Ansatz<\/span><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\"> zu konkretisieren. Das Richtprojekt besticht durch seine fundierte theoretische Auseinandersetzung und \u00fcbt Kritik am aktuellen St\u00e4dtebau von WankdorfCity 1 und 2. <\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Die pr\u00e4gendsten Bauten des Gewerbeareals, Shedhalle samt Betonbau und Kranbahn werden erhalten. Diese grossfl\u00e4chigen, das st\u00e4dtebauliche Muster bestimmenden Grundelemente werden im Osten um ein dichtes, gestapeltes Hochhausensemble erg\u00e4nzt. F\u00fcr die Verfasser bedeutet Urbanit\u00e4t nicht nur bauliche Dichte und H\u00f6he, sondern eine Vielfalt von Nutzungen und Lebensformen. Im Sinne von Lucius Burckhardt sollen unsichtbare Qualit\u00e4ten, d.h. Systeme der sozialen Begegnung und Interaktion aktiviert werden. Dar\u00fcber hinaus solle nicht das fertige Bild eines st\u00e4dtebaulichen oder architektonischen Vokabulars, sondern eine vieldeutige Komplexit\u00e4t im Sinne Robert Venturis Vorbild f\u00fcr die bauliche Umsetzung sein. <\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Das Konzept der gestapelten Stadt erm\u00f6glicht auf unterschiedlicher H\u00f6he Zwischenr\u00e4ume f\u00fcr Austausch und Aneignung. Auskragungen, Bauk\u00f6rperschichtungen und H\u00f6henstaffelungen schaffen ein differenziertes Raumgef\u00fcge. Auf Stadtebene entstehen \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze und Gassen; auf dreissig Meter H\u00f6he eine Stadtterrasse, die die unterschiedlich hohen Bauk\u00f6rper verbindet. \u00dcber dem durchl\u00e4ssigen Erdgeschoss stapeln sich zu ungef\u00e4hr gleichen Anteilen Arbeits- und Wohnnutzungen (60 zu 40%). Die Geschosse bis zu einer H\u00f6he von dreissig Metern werden B\u00fcrofl\u00e4chen aufnehmen, \u00fcber diesen entsteht eine durchgr\u00fcnte Dachlandschaft, zu der sich die Wohnungen orientieren. <\/span><\/p>\n<h3><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Kollaborative Werkstatt<\/span><\/h3>\n<p><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Nach den ersten beiden intensiven Teilphasen wurde der Projektwettbewerb nach SIA142 lanciert. Aus den zw\u00f6lf teilnehmenden Teams wurden vier Siegerteams bestimmt. Die Teams um Bauart Architekten, <\/span><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Bob Gysin Partner Architekten<\/span><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">, <\/span><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">E2A Piet Eckert und Wim Eckert Architekten<\/span><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\"> und Meili, Peter &amp; Partner Architekten haben den st\u00e4dtebaulichen Richtplan analysiert, weiterentwickelt und optimiert; sie zeichnen sich jeweils durch eine spezifische inhaltliche Vertiefung aus. Der L\u00e4rmproblematik begegnen die Projekte mit innovativen Grundrisstypen, die Loggien, Innenh\u00f6fe oder das Durchwohnen thematisieren. Mit Holzhybrid- oder Holzbauweise bzw. Vorfabrikation oder Modulbauweise soll eine Ressourceneffizienz in Erstellung und Betrieb erzielt werden.<\/span><\/p>\n<h3><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Die einzelnen Projekte <\/span><\/h3>\n<p><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Das Projekt \u00abAm\u00e9lie et Monsieur Hulot<\/span><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">\u00bb von Bauart Architekten entwirft die Stadtterrasse als fliessenden Aussenraum f\u00fcr das Wohnen mit seinen Gemeinschaftsr\u00e4umen sowie einer Kita. W\u00e4hrend die kleinen Volumina der Reihenh\u00e4user einen menschlichen Massstab integrieren, versprechen die Hochh\u00e4user Wohnformen des Miteinander. Die Stapelung wird durch das Nebeneinander vielf\u00e4ltiger Farben und Materialien gestaltet.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Der Entwurf \u00abThis is next to that\u00bb von <\/span>E2A Architekten <span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">stellt bei r\u00e4umlicher N\u00e4he eine grosse Vielfalt her und definiert zehn Regeln f\u00fcr die gestapelte Stadt. Das Projekt schafft eine inhaltliche Vertiefung mit Bezug zur sozialen Idee des <a href=\"https:\/\/www.moma.org\/collection\/works\/842\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00abFun Palace<\/a><\/span><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">\u00bb, entwickelt vom <a href=\"https:\/\/www.moma.org\/collection\/works\/842\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">britischen Architekten Cedric Prize und der Regisseurin Joan Littlewood, ebenfalls aus Grossbritannien<\/a>. Die Stadtterrasse wird Bezugsraum f\u00fcr vielf\u00e4ltige halb\u00f6ffentliche Nutzungen: Fitnesscenter, Tiny-Houses, Kita, Werkst\u00e4tten, R\u00e4ume f\u00fcr Homeoffice, Reihenh\u00e4user und G\u00e4steappartements gliedern sich an diese. <\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">\u00abSegantini\u00bb von\u00a0<\/span>Meili, Peter &amp; Partner Architekten<span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\"> m\u00f6chte dem Areal eine kulturelle Anziehungskraft verleihen. Auf Erdgeschossebene wird die Shedhalle als \u00f6ffentlicher Raum aktiviert, indem sie als Eventhalle mit Foyer, Trib\u00fcne, B\u00fchne, Nebenr\u00e4umen und Restaurant bespielt wird. Auf der Hochebene der Stadtterrasse werden auf unterschiedlichen Niveaus Sequenzen und Aufenthaltsqualit\u00e4ten f\u00fcr vielf\u00e4ltige Aneignungen geschaffen.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Das Projekt \u00abCollegato\u00bb von Bob Gysin<\/span> Partner Architekten <span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">entwickelt durchgr\u00fcnte Freir\u00e4ume von der Stadtebene bis zur Stadtterrasse. Der Einzug eines Halbgeschosses plausibilisiert die Idee einer gr\u00fcnen Oase auf dreissig Meter H\u00f6he und entwickelt die Stadtterrasse als gr\u00fcne Lunge mit intensiver Bepflanzung, sodass ein bodennahes Wohnen entstehen kann. Nach dem Prinzip der Schwammstadt wird das Stadtklima durch gezielte Verdunstung, Versickerung und Retention beg\u00fcnstigt.<\/span><\/p>\n<h3 lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Das etwas andere Verfahren<\/h3>\n<p><span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Die Durchf\u00fchrung des etwas anderen Projektwettbewerbs nach SIA142, mit Richtprojekt als Qualit\u00e4tsmassstab, habe sich gem\u00e4ss Preisgericht und Veranstalterin mehr als gelohnt. Es habe das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das grosse Ganze bei den Teilnehmenden als auch beim Preisgericht gef\u00f6rdert. Die Co-Produktion verschiedener Autoren mag das Vorhaben der Koexistenz auf dem neuen Areal bereichern. F\u00fcr die weitere Zusammenarbeit wird ein <\/span>Planungsteam bestehend aus den Gewinnerb\u00fcros, Rolf M\u00fchlethaler Architekten und <span lang=\"de-CH\" xml:lang=\"de-CH\">Maurus Schifferli Landschaftsarchitekten gebildet, dem ein Begleitgremium aus externen Fachleuten und Vertretern der Stadt zur Seite stehen wird.<\/span><\/p>\n<p>Vorst\u00f6sse: 2007 <a href=\"https:\/\/www.raumplanerin.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Vortrag.pdf\" data-wpel-link=\"internal\">Townhouses;\u00a0<\/a><\/p>\n<p>2011 <a href=\"https:\/\/www.raumplanerin.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Vortrag.pdf\" data-wpel-link=\"internal\">WankdorfCity-Schermenareal<\/a><\/p>\n<p>2014 <a href=\"https:\/\/www.raumplanerin.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Wankdorf-Infrastrukturkosten1.pdf\" data-wpel-link=\"internal\">Wankdorf-Infrastrukturkosten<\/a><\/p>\n<p>10.12.2015 <a href=\"https:\/\/www.raumplanerin.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Interfraktionelles-Postulat-SPJUSO-GFLEVP-GLP-WankdorfCity-Wohnungen-und-Laermschutz-mit-Solarenergie.pdf\" data-wpel-link=\"internal\">Interfraktionelles Postulat SPJUSO GFLEVP GLP WankdorfCity Wohnungen und Laermschutz mit Solarenergie<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus tec21: Der Projektwettbewerb f\u00fcr WankdorfCity 3 in Bern, mit vorgeschaltetem Richtprojekt als Qualit\u00e4tsmassstab, ist entschieden. 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